Wirtschaft im Schwarzwald-Baar-Kreis
Der Wirtschaftsstandort Schwarzwald-Baar-Kreis spiegelt zwar nicht 1 : 1 das besonders wirtschaftsstarke Bundesland Baden-Württemberg wider, aber die nachfolgende Tabelle zeigt doch deutlich, dass im Lande der „Tüftler und Denker“ vieles, das den immer noch guten Ruf „Made in Germany“ in die Welt hinausträgt, alles aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis stammt. Ob Hauskommunikationssysteme vom Furtwanger „Siedle“, Stadtbeleuchtungsanlagen vom Villinger „Hess“ oder Belüftungs- und Ventilationslösungen in Hotels weltweit der Schwenninger „Helios“ und „Maico“, auf der ganzen Welt kann man Präzisionstechnik aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis begegnen.
Branchenspiegel Berichtsjahr 2004 :
| Die Branchen mit den meisten Beschäftigten im SBK in Relation zum Land BW | Sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigte imSBK |
Anzahl an Betrieben im SBK |
Sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigte in BW |
Anzahl an Betrieben in BW |
| Gesundheits-, Veterinär- u.Sozialwesen | 8500 | 623 | 398500 | 29996 |
| Herstellung von Metallerzeugnissen | 5800 | 411 | 147100 | 10566 |
| Unternehmensnahe Dienstleistungen | 5400 | 2489 | 275000 | 135078 |
| Maschinenbau |
5300 | 168 | 282000 | 6410 |
| Einzelhandel | 5000 | 1290 | 254900 | 61204 |
| Medizin- u.Messtechnik, Optik, Uhren | 4600 |
150 | 80000 | 3943 |
| Baugewerbe | 3600 |
831 | 187300 | 43665 |
| Herstellung von Elektrogeräten u.-vertrieb | 3300 | 61 | 93000 | 1784 |
| Großhandel u. Handelsvermittlung | 2800 |
589 | 199500 | 29503 |
| Erziehung und Unterricht | 1900 | 207 | 107000 |
9212 |
| Herstellung von Kraftwagen u. -teilen | 1600 | 13 |
242700 | 810 |
| Kreditgewerbe | 1700 | 47 |
103700 | 2703 |
| Gastgewerbe | 1700 | 869 | 90000 | 35844 |
Die Wirtschaftssektoren Landwirtschaft u. Öffentlicher Dienst sind im Branchenspiegel nicht nachgewiesen
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2007
Vielfalt in jeder Richtung zeichnet den Schwarzwald-Baar-Kreis aus. Das gilt besonders auch für den Wirtschafts- und Arbeitssektor, was wiederum seine historischen Wurzeln im Tüftlergeist und der Bodenständigkeit der Schwarzwälder und Baaremer hat, die in früher harten und existentiell lebensbedrohenden Zeiten schon erfindungsreich sein mussten, um nicht buchstäblich Gefahr zu laufen, zu verhungern oder auswandern zu müssen. Wer im Schwarzwald-Baar-Kreis lebt und arbeitet, weiß, dass man sich mitunter „warm anziehen muss“, um über den rauen Winter zu kommen, der auch in Zeiten der Klimaerwärmung bei uns noch nicht ausgestorben ist. Die Anforderungen an den Fleiß des hiesigen Menschenschlages waren schon immer hoch, ob bei den Bauern an den steilen Schwarzwaldhängen oder den Arbeitern in der inzwischen untergegangenen Uhrenindustrie. „Schwäbisch-schaffig“ und „badisch-kreativ“ zu sein hat letztendlich eine hochentwickelte und spezialisierte mittelständische Struktur erzeugt, die sich auch in Zukunft sehen lassen kann. Wer als Norddeutscher, Berliner oder Rheinländer hier Urlaub macht, sieht wegen der schönen Landschaft nicht sofort, dass der Schwarzwald-Baar-Kreis, was die Industriedichte anbelangt, die zweitgrößte in ganz Baden-Württemberg vorzuweisen hat. Und so ist der Schwarzwald-Baar-Kreis doch wieder Baden-Württemberg im Kleinen mit dem feinen Unterschied, dass hier nicht nur alemannisch und schwäbisch `“gschwätzt“ wird, sondern auch „hochdeutsch“ und sogar „ausländisch“, womit sich zeigt, dass die die Leute aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis durchaus auch "globalisierungstauglich" sind.
Leben und Arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist hier nebeneinander perfekt möglich.
H.-W.Fischer

